Teil eines Werkes 
2. Theil (1832)
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konnte. Bis jetzt hatte ſie das was ſie für Klothar empfand, Mitleid genannt, aber ſie hatte nie bedacht, oder vielmehr, um einer an⸗ genehmen Selbſttäuſchung ſich nicht zu entreiſ⸗ ſen, nie bedenken wollen, wie nahe dieſes Ge⸗ fühl in einem weiblichen Herzen, einem andern weit wärmeren verwandt iſt, und wie leicht es in dieſes übergeht. So war ſie denn in frled⸗ licher Unbewußtheit immer weiter und weiter gegangen, viel weiter als ſie es ſelbſt gewollt, ohne zu bemerken, welchem Neulinge im Leben ſte gegenüber ſtand, der bei ſeiner Unbekannt⸗ ſchaft mit dem Tone der großen Welt, ihr Be⸗ nehmen gegen ihn ganz anders verſtand, als ſie es gemeint hatte.

Jetzt war es plötzlich Licht um ſie geworden, ſie ſah mit Schrecken was ſie gethan, ſie ſah, daß ſie in einem glühenden Gemüthe Hoffnungen erregt hatte, die zu erwecken nie ihr Wille ge⸗ weſen, deren Erfüllung ihr unmöglich ſchien. Was ſollte, was konnte ſie nun beginnen!