Teil eines Werkes 
1. Abtheilung (1829) Der Frühling / von Friedrich Schmitthenner
Entstehung
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123 286.

Wohl ich verſtehe. Aus dem Sinnenleben Zur Höhe, wo die Geiſterſonne glüht, Soll ſich der Geiſt in kühnem Schwung erheben, Um dort zu ſchauen, was unſterblich blüht. In ſchönern Räumen vor dem großen Meiſter Beſteht bei der Ide'en ſanftem Licht Die ſelige Gemeinſchaft aller Geiſter. Dieß aber löſ't den Zweifelsknoten nicht.

287.

Sein oder Nicht-ſein, das iſt nicht die Frage. uUnſterblich iſt der hohe Geiſt und ſchwebt

In Himmelshöhen, wann die Leichenklage

Sich an dem Grabe des Gebeins erhebt.

Schon hier befreiet von des Stoffes Schranken, Unendlich waltend über Raum und Zeit, Durchſchwebt er mit den ewigen Gedanken

Die heitern Sphären der Unſterblichkeit.

288. Ob aber, wann der Geiſt zum Himmel ſchwebet, Der Schatz des Wiſſens, den er hier erwirbt, Das Schöne, das in der Erinn'rung lebet, Zurückbleibt und im ſchwarzen Grab verdirbt, 1