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Und ob es nur ein eitler Wahn geweſen,
Ob Wahrheit in den ſüßen Träumen lag, Iſt Keiner dann, der dieſes Räthſel löſen, Der ihren Traum der Seele deuten mag?
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284.
Horch! eine Stimme an des Grabes Pforte! Wer flüſtert mir den ſüßen Geiſtergruß? Wer redet zu der Seele Friedensworte? Ha! du biſt's, alter treuer Genius. „Vergebens, daß die lüſternen Gedanken In's dunkle Reich der Zukunft ſpähend ziehn, Der Strom der Zeiten wälzet ohne Schranken und unabſehbar dort die Fluten hin.“
285.
„Verlangt dein Herz die glücklichen Genüſſe Der Hoffnung und des Glaubens reichen Hort; So laſſe des Verſtandes ſtolze Schlüſſe und halt' in Demuth am Prophetenwort.
Und willſt du ſchauen, lern; das Herz beſiegen, Entſage muthig auf das Glück der Zeit,
Im Oceane höhern Lebens liegen
Die ſchönen Inſeln der unſterblichkeit.“


