Teil eines Werkes 
1. Abtheilung (1829) Der Frühling / von Friedrich Schmitthenner
Entstehung
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1²⁰

Von ihrem Leben und von ihrem Lieben, Von allem Reiz der blühenden Geſtalt

Iſt keine Spur auf dieſer Welt geblieben, Sogar der Laut des Namens iſt verhallt.

279.

Zu ihnen war das hohe Wort erklungen:

Es nehme nach des Lebens kurzem Lauf,

Wann ſtark der Kampf des Todes ausgerungen, Ein ſchönes Reich die reinen Seelen auf.

Und als des Lebens Sterne niederzogen,

und nun das Graun der langen Nacht erſchien, Da ſpannte noch den goldnen Strahlenbogen Die Hoffnung durch die ſchwarzen Schatten hin.

280.

Die Sterne ziehen und der Zeiger eilet

Am Blatt der Weltenuhr bald auf, bald ab; Sie ſchlug ſchon ſechs Jahrtauſend und es weilet Die Schaar der Toden immer noch im Grab. Urahn und Enkel hat das Grab verſchlungen, Geſchlechter giengen ihren letzten Gang,

Allein noch Keiner hat ſich losgerungen.

Ach Gott! der Schlaf der Toden dauert lang!