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21.
Wo bin ich? Rings Geheimniſſe und Wunder, Der Weltenabgrund wölbt ſich über mir, und führt unendlich unter mir hinun ter, Ein Staub im Alle, ſteh' ich bebend hier. Horch! Stimmen, ſüß wie Gruß der Freundesgeiſter! Sie reden meine Seele traulich an, Nennt mir, ihr Stimmen, den verhüllten Meiſter, Der uns erhält im Weltenocean!
22.
Um Erden ſeh' ich ſtille Monde tanzen, um Sonnen winden ſich die Erden hin, Und eine Sonne ſteht im großen Ganzen, In deren Schimmer alle Welten glühn. Hier frag' ich nach dem großen Weltenmeiſter,
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Gott wohnt nicht, wo der Sterne höchſter ſteht 3
Er iſt die Sonne in dem Reich der Geiſter, Und iſt der Geiſt, um den die Welt ſich dreht.
23.
Was kräftig rings das Leben umgeſtaltet, Was unermüdlich in der Tiefe ſchafft, und raſtlos Blüthen an der Sonn' entfaltet, Das iſt ſein Arm, das ſeine ew'ge Kraft;


