Teil eines Werkes 
1. Abtheilung (1829) Der Frühling / von Friedrich Schmitthenner
Entstehung
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Der Andacht Feuer glüht durch die Geſänge, Des Schöpfers Hohheit feiert die Natur,

und zündend bahnt die ſüße Gluth der Klänge Zur Menſchenbruſt ſich die geheime Spur.

O Klara, ſage mir, was Luſt und Schmerzen Geheim hinüber in die Seele ſpielt,

Warum das Klaggetön der kleinen Herzen

So tief im großen menſchlichen ſich fühlt?

17.

Was iſt es wol, was Seel' an Seele bindet, In ewig ungeſtörter Harmonie Die Welten auf verſchlung'nen Bahnen windet?

Wir nennen's Kräfte, Liebe, Sympathie.

Doch wer kann finden, wer vermag zu faſſen, Was ſich belebend in dem Innern regt,

Wo ſcheinbar nur in toden, trägen Maſſen Ein Weltſyſtem mechaniſch ſich bewegt.

18.

Von Pol zu Pol der Welten ſtrömt ein Leben, Auf ſeinen Quellen ſchläft die Ewigkeit, Die Wellen, die aus ſeinem Schoß ſich heben, Geſtalten ſich zum Wechſelſpiel der Zeit;