Wohl ſcheint es Wahrheit, daß von höhern Sternen Der Keim der irdiſchen Geburten ſtammt,
Da täglich noch aus jenen ſtillen Fernen
Das Oel ſich gießt, von dem das Leben flammt. Erfreuend ſtrömt es aus den ew'gen Quellen,
All-würkſam ſtrahlt es in der Erde Schoß
Und zündet Leben an, die Keime ſchwellen
Und winden ſich zum heitern Daſein los.
12.
Gegrüßt hienieden ſei das Licht vom Himmel, Dos Gluth des Lebens in die Tiefen flößt, und zu des Daſeins freudigem Gewimmel Der Schwere Band durch ſeinen Zauber löſ't;z Wo ſeine Kräfte nicht beglückend walten, Da ſchimmert nicht des Lebens ſüßer Schein, Da kehrt der Tod mit ſeinen Schreckgeſtalten In den Behauſungen der Nächte ein.
13.
Sie kömmt! Sie kömmt! Süß⸗lächelnd kömmt die Sonne, Ein Purpurmeer umfluthet ihre Bahn, und Leben-wekend ziehen Wärm' und Wonne Der holden Königinn des Tag's voran.
3


