Teil eines Werkes 
1. Abtheilung (1829) Der Frühling / von Friedrich Schmitthenner
Entstehung
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Am Fuß des Hügels dort, wo über Kieſeln Vom Felſen nieder in die Tannennacht

Des Quellbachs Silberwellen ſchwätzig rieſeln, Laß mich den Tag begrüßen, der erwacht.

9.

Wie du mich anblickſt, ſüßer Stern der Liebe, Der ſtrahlend du im blauen Oſten ziehſt! Wie du dich hebſt, mein Herz, in heißem Triebe Dem ſchimmernden Geſtirn entgegen glühſt! Weit ſchwebt es durch des Himmels reine Räume, Weit von der Erd' ihm der Gedanke nach, Sein Strahl berührt den Blick und tauſend Träume Der tief-bewegten Seele werden wach.

10.

Woher die ſtillen, räthſelvollen Schauer, Die Gluth der Sehnſucht durch die Seele wehn? Woher des Geiſtes wunderſame Trauer, Mit der wir aufwärts zu den Sternen ſehn? Woher, daß Alles mächtig aufwärts ſtrebet, Was aus dem Mutterſchoß' der Erde blüht, Daß Alles, was dort fühlend ſich erhebet, Sich von dem Staube los zu kommen müht?