„Seit zwei vermählt.“
„Und Sie fühlen ſich wohl?“
„Die Ehe iſt leicht zu tragen, Doktor. Doch à-pro- bos— ich vermuthe, auch Sie haben heut der Mahnen des unglücklichen Freundes, André Cheniers, gedacht?“
Maury verneigte ſich.
„Armer junger Mann! Sein letztes Gedicht habe ich wie einen koſtbaren Schatz mit aus dem Gefängniß genommen. Sie können denken, wie ſchmerzlich mir es iſt, der Freundſchaft dieſes edlen Menſchen zu gedenken, und doch thue ich es oft, nur zu oft!“
Die Herzogin war dabei ernſt; in ihren Augen perlte eine Thräne.
„Und die Herzogin von St. Aignan?“ fragte ſie nach einer Weile.„Ich habe ſeit unſerer Befreiung nach dem Sturze der Schreckensherrſchaft nie wieder etwas von ihr gehört. Iſt ſie in Paris?“
„Ich kann nicht dienen, Frau Herzogin,“ verſetzte Maury.„Auch ich habe Frau von St. Aignan nie wieder geſehen, vermuthe aber, daß ſie ſich auf ihr Schloß in der Normandie zurückgezogen hat und dort einzig und allein der Erziehung ihres Kindes und dem Andenken ihres Gat⸗ ten und ſeines Freundes lebt.“
„So haben Sie doch unter der Hand eine Nachricht von ihr erhalten?“
Jahren ſchon bin ich an den Herzog von Fleury


