Teil eines Werkes 
4. Theil (1861)
Entstehung
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Hauptaltar, der ſchwarz ausgeſchlagen, von zahlloſen Ker⸗ zen erleuchtet und mit Immortellen geſchmückt war. Die Meiſten hoͤrten in wahrer Andacht der Meſſe zu; hier und da ſah man Thränen, zuweilen tönte auch ein leiſes Schluchzen durch die hohen Hallen der Kirche.

Die Meſſe war zu Ende und ſtill, der Andenken an die Hingerichteten noch voll, verließ die Menge die Kirche.

An einem der zahlreichen Pfeiler gelehnt, nahe dem Hauptausgange, ſtand Dr. Maury. Er war der alte ernſte Mann von früher, nur hatten die Züge des Kummers ſich tiefer gegraben. Er drückte einem noch jungen Mann die Hand, der ſich eben von ihm verabſchiedete: es war Marie⸗ Joſeph Chenier, der Bruder Andre's, der für dieſen und ſeinen inzwiſchen geſtorbenen Vater gebetet hatte. Sein Anſehen war womöglich noch geſtiegen, denn ſeine neuen Tragödien feierten ſchon die Zeit des Cäſarismus.

Plötzlich rauſchte eine herrliche Erſcheinung an dem Doktor vorüber. Unwillkürlich trat er ihr in den Weg und ließ ſein Auge forſchend auf ihr ruhen.

Die Dame maß den Arzt mit hochmüthigem Blick, dann aber, als erkenne ſie ihn, rief ſie in liebenswürdigſter Freundlichkeit aus:

.Ich täuſche mich nicht nicht wahr? Doktor Maury? Ich bin es und Sie Fräulein von Coigny. Nicht mehr, entgegnete ſie mit kokettem Lächeln.