Teil eines Werkes 
4. Theil (1861)
Entstehung
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„Nein— es iſt wahr, ich müßte Sie kennen, und will daher auch glauben, daß ſie ernſthaft meinten, was Sie ſprachen. Warum auch nicht? Haben Sie mir doch ſtets nur Beweiſe des Wohlwollens und der Freundſchaſt gegeben. Ja, ja, Doktor.“ ſetzte Andre dann hinzu,„die Dichter ahnen voraus!“

„So haben Sie wohl auch im Voraus geahnt, daß ſich Fräulein von Coigny den Fuß verletzen werde, wenn ſie den Stuhl beſteige?“ warf Frau von Aignan ein, in⸗ dem ſie die innen freſſende Eiferſucht durch ein mühſames Lächeln zu verbergen ſuchte.

Doktor Maury war einigermaßen erſtaunt über dieſe Blöße, welche ſich die ſonſt ſo taktvolle und edelſinnige Herzogin gab, und die Worte derſelben belehrten ihn, daß die Eiferſucht doch vor Allem eine Leidenſchaſt des echt weiblichen Gemüths ſei, welche am wenigſten beherrſcht zu werden vermag. Denn war es nicht merkwürdig, daß ſich der geheimnißvolle Kampf zwiſchen Frau von St. Aignan und Fräulein von Coigny aus der Eleganz der Salons auch noch hier in dem düſteren Orte des Gefängniſſes fortſetzte und das gemeinſame Unglück nicht im Stande war, den Egoismus des Herzens zu verbannen?

André Chenier ſchien von den Worten der Herzogin gar nicht berührt zu ſein. Seine Züge veränderten ſich in Nichts, weder daß ſie Erſtaunen, noch daß ſie Gereiztheit ausdrückten. Dieſe Natur ſchien, außer dem Haß gegen