Teil eines Werkes 
4. Theil (1861)
Entstehung
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André Chenier war in ſein altes Brüten geſunken und warf irrende, wilde Blicke durch den Saal; Leonie von St. Aignan folgte denſelben unwillkürlich und mit einer Unruhe, die dem prüfenden Blick des Arztes nicht entging.

Wo die drei Befreundeten ſaßen, war es ziemlich dunkel gegen den übrigen Theil des Saales. Die bunte Menge der Gefangenen ging an ihnen lärmend und ſchwir⸗ rend vorüber. Zuweilen ſchien es, als wenn Fräulein von Coigny bei ihnen vorbei gehen mußte; aber es geſchah nie, ſie vermied es abſichtlich, nahte ſich bis auf wenige Schritte, warf einen flammenden Blick auf André und Frau von St. Aignan und kehrte dann wieder mit den Herren um, welche ihr den Hof machten und die ſie mit einem ſichtlich erkünſtelten, daher beißenden Uebermuth neckte.

Die Drei ſprachen lange Zeit kein Wort. Frau von St. Aignan ſchien mit ihren Gedanken beſchäftigt zu ſein, André nicht minder, Maury wußte nicht, womit er ein mehr als nichtsſagendes Geſpräch beginnen ſollte. Die Situation wurde zuletzt etwas peinlich nnd deßhalb ergriff Maury auf gut Glück das Wort.

„Es muß für Sie ein großer Troſt ſein,“ ſagte er, „ſich hier im Refectorium täglich einige Stunden lang treffen und ſprechen zu können.“

„Das macht allen Gefangenen Freude, wie Sie ſe⸗