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Verzweiflung aufgenommen. Die ſtillgenährte, ernſtliche Liebe zu André Chenier hatte ihr einen Troſt gegeben.
André Chenier war der junge Mann, welcher ſo dringend Fräulein von Coigny vom Beſteigen des Stuhles abgehalten hatte. Er war, ſobald aus dem Blick derſel⸗ ben zu erſehen, daß ſie ſeinen Wunſch befolgen werde, wieder in den Saalraum geſchritten und lief dort mit großen Schritten, die Arme gekreuzt, erregt auf und ab, um die einzelnen Säulen herum, einen grimmen Blick auf die Mauern und die vergitterten Fenſter werfend. Er glich einem Löwen, der wild in ſeinem Käfig auf und abſchreitet und an der Erinnerung ſeiner Wüſtenfreiheit nagt. Er war gegen ſonſt bleich, ſein Geſicht eingefallen, ſein An⸗ zug durch die lange Gefangenſchaft nachläſſig und ab⸗ genützt.
Frau von St. Aignan hatte mit Doktor Maury den Saal ſo durchſchritten, daß Herr von Chenier ihr beim Umkehren nothwendiger Weiſe begegnen mußte. Sie ſprach ihn mit einigen freundlichen Worten, wie Jemanden an, den man tagtäglich zum Umgange hat, und André er⸗ griff darauf lebhaft ihre Hand, küßte ſie, ohne ein Wort zu ſprechen und begrüßte alsdann Maury mit ſichtlicher Herzlichkeit. Der Arzt und Freund war ſchon öfter in ſeine Zelle gekommen, Beide hatten ſich nichts Neues zu ſagen. So ſchritten ſie, in ihrer Mitte Frau von St. Aignan, der Bank am Tiſche zu und nahmen dort Platz.


