Teil eines Werkes 
4. Theil (1861)
Entstehung
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Zweites Kapitel. Das Refectorium.

Der alte griesgrämige Vater Ricot öffnete das Thor von St. Lazare und zog reſpektvoll ſein Käppchen ab, als er den Arzt eintreten ſah. Auf dem Vorhofe begegnete ihm Roſa, die traulich und heiter auf ihn zuſprang und Maury die Hand reichte. Zwiſchen Beiden war ſeit der Krankheit Roſa's ein ziemlich herzliches Verhältniß ent⸗ ſtanden; die Roſe von St. Lazare machte den Arzt zum Vertrauten ihrer Empfindungen, Maury hatte in ihr eine treue Botſchafterin der ihm theuren Gefangenen gefunden, ein gutmüthiges, gebildetes Mädchen, welches zu jedem vorſichtigen Rettungsverſuch dem Arzte ſeinen Beiſtand geben konnte.

„Sie wollen gewiß zur Frau von St. Aignan?“ fragte Roſa und richtete ihre klaren dunkeln Augen auf das ernſte Antlitz Maury's.

„Ja, mein Kind,“ entgegnete dieſer,„ich glaube, ſie wird einen Troſt nöthig haben.“

„Aber Sie kommen zu ſpät!“

Maury warf einen Blick des Erſchreckens auf Roſa; doch die ruhige Miene derſelben verſicherte ihn, daß dieſe Worte keinen unheilvollen Sinn hatten.