Die alte Urſula kam nach Hauſe und überreichte ih⸗ rem Herrn ein Billet.
Nachdem der Arzt es haſtig überflogen und dann nochmals aufmerkſamer geleſen, zuckte es um ſeinen Mund und wie aus tiefer Bruſt tönten ſeine leiſe vor ſich hin geſprochenen Worte:
„Am ſiebenten— und dann! Alſo noch drei Tage und dieſes Regiment hat ſein Ende gefunden. Suchen wir allem Mißgeſchick für ſo kurze Zeit vorzubeugen!“
Er ging einige Minuten in Gedanken auf und ab in ſeinem Zimmer, dann ſchien er mit ſeinen Plänen in Ord⸗ nung zu ſein, denn er ſagte, indem er ſich an ſein Schrei⸗ bepult ſetzte:
„Ich werde ſogleich nach St. Lazare gehen, von da zu Robespierre, deſſen Ruf ich folgen muß. Ein Brief an Marie⸗Joſeph Chenier muß ihn beſtimmen, ſeinen Vater bis übermorgen in Hausarreſt, ſchlimmſten Falls, zu halten, ſonſt iſt André verloren!“
Haſtig flog die Feder über das Papier. Der Brief wurde verſiegelt und Gilbert mußte ihn auf der Stelle zu Maria⸗Joſeph Chenier tragen, der ſich im Convent befand.
Mit Gilbert zuſammen verließ Dr. Maury ſeine Wohnung und ſchritt nach dem Faubourg St. Denis zu. Er machte Frau von St. Aignan den erbetenen Beſuch.
1861. 17. Apoll von Byzanz. IV.


