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ſchweigen und vollſtändige Unthätigkeit anzuempfehlen, und ihm ſo höflich als möglich bemerklich machte, daß jedes Alter ſeine Thorheiten, alle Leidenſchaften ihre Kurz⸗ ſichtigkeiten haben und die Vaterliebe beinahe eine Leiden⸗ ſchaft ſei.
„Seien Sie überzeugt,“ fuhr er fort,„daß, wenn ich Ihnen auch die einzelnen Gründe noch vorenthalten muß, ich gewiß nicht mit meinen Vorſtellungen ſo in Sie drin⸗ gen würde, und zwar unter ſo ernſten Umſtänden, wenn ich nicht überzeugt wäre, in welche Gefahr die geringſte Verwendung für Ihren Sohn dieſen ſtürzen wird. Auch ich liebe ihn ja wie ein Vater und Sie wiſſen es wohl, weßhalb. Deßhalb glauben Sie mir auch ohne Angabe der einzelnen Motive, die mich beſtimmen, ſo zu rathen. In meiner Stellung genieße ich nicht ſelten das Vertrauen der gegenwärtigen Machthaber und ſchon oft habe ich von der Gunſt eines Augenblicks Vortheil gezogen und ei⸗ nige bereits verfallene Menſchenköpfe dadurch der ſchon wartenden Guillotine entzogen. Wenn ich Ihnen
h ſage: thun Sie nichts, gar nichts, ſo weiß ich, weß⸗ ¼
alb ich dieß ſage; denn ſeit Monden ſinne ja auch ich darauf, Ihren Sohn, der mir theuer iſt und deſſen Genie ich wür⸗ dige, ebenſo wie Frau von St. Aignan, welche mir und ihm näher ſteht, als Sie glauben, den Blutrichtern zu entziehen. Es kann nur noch Tage dauern, das weiß ich; die Zeit wandelt ſich und wer dieſe Wandlung überſteht, iſt


