Teil eines Werkes 
4. Theil (1861)
Entstehung
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Doktor Maury? Scherzt er mit mir oder iſt Alles Ernſt, was er da geſprochen hat? Seine Stirn bedeckte ſich mehr und mehr mit tiefen, geſchwungenen Runzeln und bald ſtiegen dieſe Falten durch das Erſtaunen empor, bald glätteten ſie ſich, wenn die Traurigkeit in dem Alten die Oberhand erhielt.

Endlich ſagte er mit einem halben Seufzer:

Ich ſehe wohl, daß Frau von St. Aignan ſich ge⸗ täuſcht hat. Ich will Sie auch durch Nichts zu beſtimmen ſuchen, denn, am Ende, in dieſer Zeit geht jeder Menſch ſeinen eigenen Weg. Nur um Eins bitte ich, Herr Maury, nämlich um Stillſchweigen, um Verſchwiegenheit. Ich werde Sie auch nicht wieder beläſtigen, Bürger.

Doktor Maury, welcher bisher durch keine Miene verrathen hatte, wie nahe ihm die Gefühle des alten Herrn, der ſeinen Sohn frei wiſſen wollte, gegangen, wurde durch das letzte Wort ſichtlich ſcharfberührt, denn Herr von Chänier hatte es mit einer eigenthümlich harten Betonung geſpro⸗ chen. Es hatte wie eine Art Verwünſchung geklungen und war Maury um ſo mehr aufgefallen, als der Greis es bisher noch gar nicht gebrauchte. Es war unmöglich zu verkennen, daß es in dieſer Betonung Verachtung, Schmerz und Verzweiflung ausdrücken ſollte. Ueberdies hatte ſich Herr von Chenier gleich darauf erhoben, indem er ſeine

blutgeaderten Hände auf die Armlehnen des Fauteuils