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Nur das Volk, aus Furcht und Höflichkeit, beju⸗ belte den Schluß der Rede.
Empfindlich gab Robespierre dem ungeheuren Mu⸗ ſikchor im Cirkus einen Wink und ſogleich ertönte die Hymne, welche erſt am Morgen componirt worden war.
Als Greiſe und Jünglinge ſinnbildlich koſtümirte Sänger traten vor und begannen die erſte Strophe des von Chenier gedichteten Liedes:
Das für die Heimath treu geſtritten, Dieß Volk, Allmächt'ger, es iſt Dein; D'rum holt der Sieg mit Rieſenſchritten So frühe deſſen Fahnen ein.
Den Sturz der herriſchen Gedanken Sah Pyrenä'n und Alpenwelt,
Und unſer eignes Aehrenfeld Begrub die nordiſchen Phalangen.
Ein mächtiger Sängerchor fiel nun ein:
O Schwert! wir ſchwören Dir nicht ohne Ruh' und Raſt, Bis Du die Brut der Tyrannei vernichtet haſt!
Eine Gruppe von Frauen trat auf und ſang:
O, Gott, vernimm der Mütter Flehen,
Der Töchter Fleh'n um Fruchtbarkeit,
Denn blutend für die Freiheit ſtehen
Uns Bruder, Sohn und Mann im Streit.
Und wenn der Söldlinge Verbrechen
Solch einen Edlen niederſtreckt,
Sei uns, o Gott! der Sohn erweckt,
Um den Gefallenen zu rächen!


