Teil eines Werkes 
3. Theil (1861)
Entstehung
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drückten Sohnes in wonnigen Thränen badet, der die ge⸗ gebieteriſchſten und zärtlichſten Leidenſchaften verſtummen macht vor der erhabenen Liebe zum Vaterlande; er iſt es, der die Natur mit Reizen, Reichthümern und Majeſtät bedeckt hat. Alles Gute iſt ſein Werk, das Böſe gehört dem verdorbenen Menſchen, welcher Seinesgleichen un⸗ terdrückt oder unterdrücken läßt.

Der Schöpfer der Natur hatte alle Sterblichen durch eine unermeßliche Kette von Liebe und Glück mit ein⸗ ander verbunden: mögen die Tyrannen untergehen, die ſich erfrecht haben, ſie zu zerreißen!

Weſen der Weſen! Wir haben keine ungerechten Bitten an Dich zu richten; Du kennſt die aus Deinen Händen hervorgegangenen Geſchöpfe, ihre Bedürfniſſe entgehen Deinen Blicken ebenſo wenig als ihre geheim⸗ ſten Gedanken. Der Haß gegen die Tyrannei und die Heuchelei brennt in unſeren Herzen neben der Liebe zur Gerechtigkeit und zum Vaterlande. Unſer Blut fließt für die Sache der Menſchheit. Dieß unſer Gebet, dieß un⸗ ſere Opfer, dieß die Verehrung, welche wir Dir dar⸗ bringen!

Es war eine phraſenvolle Rede Robespierre's, wel⸗ che gar keinen Eindruck machte.

Die rings herum ſitzenden Mitglieder des Convents ſchwiegen; die Rede ihres Präſidenten hatte ſelbſt ſeine Anhänger nicht erwärmt.