Beſchämung und Kränkung trieb ihn, haſtig auf die Frau loszugehen und lächelnd zu ihr zu ſagen:
„Bürgerin— der Name Robespierre hat ſie er⸗ ſchreckt. Ich hoffe, die Nachwelt wird ihn einſt ohne Flüche nennen.“—
Er ſpielte mit dem Kinde, er war ſo heiter und lie⸗ benswürdig, wie man ihn noch nie geſehen hatte. Er ſcherzte ſogar mit der jungen Frau, welcher er ſeinen Blumenſtrauß ſchenkte— es mochte abſichtlich geſchehen, daß der Präſident des Convents alle dieſe Beſchäftigungen ſuchte, um ſich aufzuhalten und den Convent warten zu laſſen. Die Collegen mochten murren über ſein Ausblei⸗ ben; er ſchien ſich an ihrem Warten, dieſem Zeichen der Unterordnung zu weiden.
Endlich verließ er mit Villate die Tuilerien.
Ein großes Amphitheater, ähnlich den Rängen eines antiken Cirkus, war an den Palaſt der Tuilerien für die Feierlichkeit des Tages angebaut worden. Eine breite Treppe führte von dem Erdboden bis zu den höchſten Si⸗ tzen desſelben.
Der Convent trat zur ebenen Erde durch die Fenſter des ſüdlichen Tuilerien⸗Pavillons, wie die Cäſaren etwa in ihre Coliſäen traten. Mitten in dem Amphitheater war eine Tribüne, höher als die Sitze der Conventsmit⸗ glieder und beinahe einem Throne ähnlich. Robespierre hatte dieſen Sitz für ſich errichten laſſen.


