Teil eines Werkes 
3. Theil (1861)
Entstehung
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immer Dein Freund, ſelbſt als Du läſſiger Patriot warſt ich werde Dir dieſen Dienſt hoch anrechnen, Chénier.

Der Dichter, plötzlich von dem Gedanken erfaßt, dieſe ſeltene Stimmung Robespierre's zu benutzen, um Andre zu befreien, erfaßte die dargebotene Hand und ſagte dabei mit halblauter Stimme:

Ich bin glücklich, denn wieder habe ich den Beweis, daß Dein Herz allen ſchönen Gefühlen zugänglich iſt. Robespierre, Du kannſt für mich etwas thun, was mich belohnen würde.

Robespierre ſah ſich um, als wolle er ſich vergewiſ⸗ ſern, daß er nicht allein ſei. Er trat unmerklich den übri⸗ gen Anweſenden näher, um Chenier's vielleicht verfänglicher Bitte entwiſchen zu können. Gleichwohl flüſterte er dabei:

Ich bin nicht Herr, ich bin nicht Diktator ich bitte Dich dieß nicht zu vergeſſen. Meine Macht iſt nicht die, um zu belohnen.

Belohnen? Nein, wenn Du willſt. Ein Dekret, um einen Kerker zu öffnen

Chénier, Du verlangſt irgend eine Nachſicht gegen ein Verbrechen, das iſt gegen die Tugend eines Republi⸗ kaners, unterbrach ihn Robespierre haſtig, indem er dabei vor dem Dichter zurücktrat, als ſürchte er ſich vor einer deutlicheren Erklärung desſelben.Ich ſage Dir, fuhr er mit erhöhter Stimme fort,die Tage ſind gezählt, wo die Republik Blut vergießen muß bald wird die Sonne