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Durch dieſes Gedicht hatte Joſeph Chénier eine neue Popularität errungen, er war wieder der gefeierte Na⸗ tionaldichter, eine moraliſche Macht, gegen welche nun plötzlich alle Geguer ſich ſchonender und freundlicher er⸗ wieſen.
„Man muß nur Staatsmann ſein!“ ſagte ſich Che⸗ nier und rieb ſich zufrieden die Hände.„Die Poeſie iſt eine ungeheure Macht, wenn man ſie zu gebrauchen ver⸗ ſteht. Dieſe Schreckensmänner bilden ſich ein, meine Hymne ſei auch ihnen zu Ehren, und ſie gehört doch nur dem Vaterlande, ſie gehört Frankreich.“
Aber Robespierre trennte bereits den Begriff Frank⸗ reich nicht mehr mit dem ſeiner Perſon. In dieſem Manne, der an der Spitze der Verwaltung ſtand, Haupt des Ja⸗ cobinerelubbs und der gefürchtetſte Mann im Convent war, lebte bereits der Gedanke, das Haupt Frankreichs zu blei⸗ ben, die Diktatur zu erringen. Freilich, ſeine Tugend verbot ihm, dieſen ehrgeizigen Plan zu verrathen, indeſſen er hatte Freunde, welche für ihn arbeiteten.
Robespierre wollte Joſeph Chéniers Patriotismus, der ſich ſo leidenſchaftlich in dem Chant du départ geäu⸗ ßert hatte, auf eine neue Probe ſtellen. Er ließ den Dichter zu ſich rufen und ſagte dann zu ihm:
„Du haſt meine Rede im Convent gehört, Chenier, was ſagſt Du dazu?“
Chenier, der wirklich dieſe berühmte Rede Robes⸗


