Teil eines Werkes 
3. Theil (1861)
Entstehung
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durch ſeinen Kopf, daß Roſa zu der Rolle, die ſie jetzt ſpielen mußte, gezwungen und ſie unſchuldig ſei.

„Man ſieht's ihr ja an,“ ſagte er ſich,„ja, ja, ſie iſt nicht ſchuldig, ſte wäre deſſen nie fähig geweſen.“ Und Gilbert war bereits verſöhnt.

Als die Fackel, welche das Licht der Philoſophie be⸗ deuten ſollte, loderte, nahm einer der von Chaumette in⸗ ſtallirten Prieſter aus den Händen zweier Acolythen das Rauchgefäß mit Weihrauch, kniete nieder und räucherte. Er ſprach dabei mit Pathos von der Hoheit der neuen Religion und mit Empörung von dem alten Götzendienſt. Die Muſik ſchallte wieder— die profanen Klänge von Tanzmelodien tönten durch die ehrwürdigen Hallen. Die Mädchen mit den dreifarbigen Gürteln traten jetzt vor und begannen einen jener indezenten wollüſtigen Tänze, wie ſie unter der Republik Mode waren; nur hatte das Raffine⸗ ment Chaumette's den Tanz mehr in griechiſchen Geſchmack zugeſtutzt. Die ſinnlichſten Bewegungen wurden von den Tänzerinnen unter dem rohen Beifallsgeſchrei der Menge ausgeführt; bald bogen ſie ihre Leiber zurück, um die Wölbung ihrer Buſen und die anſchwellenden Formen ihrer Beine zu zeigen, bald bildeten ſie Gruppen, welche in lei⸗ denſchaftlicher Weiſe mit Geſten das Gefühl des Verlan⸗ gens ausdrückten.

Plötzlich ſah man die Göttin der Vernunſt, welche bisher regungslos und bleich neben der Fackel geſtanden

4861. 46. Apoll von Byzanz. III. 3