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in ſeinem Blick. Es war keine Täuſchung, er erkannte ganz genau in der Göttin der Vernunft ſeine Braut. Sie ſaß, kaum ihre üppige Bruſt bedeckt mit der weißen Tu⸗ nika, die phrygiſche Mütze auf dem dunklen, phantaſtiſch fri⸗ ſirten Haar, ſtarr und bleich in ihrem Seſſel, die bloßen Arme vor ſich ſchlaff auf den Lenden liegend, deren For⸗ men man durch das feine, luftige Gewand wahrnehmen konnte. Um ſie herum ſtanden Mädchen in weißen Klei⸗ dern mit dreifarbigen Gürteln; ſie waren womöglich noch leichter gekleidet als Roſa; ihre Buſen waren frei, ihre Gewänder ſo geſchützt, daß man ihre Beine bis zum Knie ſehen konnte, wenn ſie ſich wandten. Auch ſie rührten ſich nicht. Während der aufregenden Muſik, die durch die ho⸗ hen Hallen rauſchte, gaben ſie ſich dem Anblick der gieri⸗ gen Menge preis.
Gilbert fühlte einen brennenden Schmerz in ſeiner Bruſt; ſein Herz zog ſich krampfhaft zuſammen— er ſagte all' ſeinen Hoffnungen und Träumen Lebewohl. „Das hätte ich nicht geglaubt,“ murmelte er vor ſich hin,„als ich heut morgens ausging, um mit ihr zu Plachet zu gehen! Nun iſt's aus und für immer! Die Elende, die mir nicht einmal davon ſagte— und Vater Ricot, der ſonſt ſo ſtreng iſt und nun ſeine Tochter in ſolcher Kleidung öffentlich ſich ausſtellen läßt. Göttin der Vernunft! der Teufel— dazu gibt's wohl andere Wei⸗ ber als die Roſe, die Braut iſt! Und hätte ſie mir nur


