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„Und morgen— es iſt für's Vaterland, da kannſt Du das Opfer bringen. Ich verſteh' Dich, Roſa,“ fuhr er nun mit einem Mal ungewohnt mild und bewegt fort. „Geh, mein Kind, ich konnte nicht helfen— thu, was man von Dir will, und habe Muth, Roſa, Muth, dann wird's ja gut vorübergehen. Es iſt ja auch nichts Uebles.“
Roſa ging in das Zimmer, welches ſie mit ihrem Vater in dem kleinen Hauſe im Vorhofe von St. Lazare bewohnte.
Vater Rieot fiel in ſein finſteres Sinnen zurück.
Zweites Kapitel. Das Feſt der Vernunft.
Ohne Ahnung von der Rolle, zu welcher die Roſe von St. Lazare gezwungen worden, war Gilbert am Morgen nach dem Beſuch Chaumettes bei Vater Ricot ſchon früh gerüſtet, um zu ſeiner Geliebten zu gehen. Er hatte heute einen ganz freien Tag, da Doktor Maury ſeinem„Bür⸗ ger Aufwärter“ geſtattet hatte, bis zum Abend nach ſei⸗ nem Geſchmack zu leben. Der gute Burſch gedachte dieſe Zeit weidlich zu benützen. Es war ein prächtiger Dezem⸗ bertag; die Sonne ſchien an einem auffallend heiteren Himmel; faſt mild war die Luft, welche wehte, während


