Teil eines Werkes 
3. Theil (1861)
Entstehung
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Furcht, den Vater, deſſen Empfindungen ſie inſtinktartig ahnte, zu reizen. Sie erkannte, daß ſie dem Willen Chau⸗ mette's gehorchen müſſe und ihr Vater nicht vermöge, ihr die ſchreckliche Erfahrung zu erſparen.

Als ſie geſehen, daß der Vater ſich ſeinen Gedanken überließ, wandte ſie ſich endlich zum Gehen. Der Alte fuhr empor und rief ſie hart und rauh zu ſich.

„Was willſt Du, Vater?“ fragte ſie ihn faſt tonlos.

„Du wirſt thun, was man von Dir verlangt,“ herrſchte er und richtete ſeinen Blick auf ſie, als wolle er ihr drohen, keine Weigerung zu geben.

Roſa ſchwieg. Dies Schweigen war ein Ja. Aber Ricot, gequält von ſeinem Gewiſſen, zornig über ſeine Würdeloſigkeit, die ſeiner Tochter plötzlich ein moraliſches Uebergewicht verlieh, fuhr fort:

„Ich ſage Dir, Du gehorchſt— oder willſt Du ins Gefängniß? Soll ich vom Amt, vielleicht auf die Guil⸗ lotine?

Roſa ſah den alten Mann, der dieſe ſchrecklichen Bil⸗ der aufrollte, um ſein Benehmen vor ſich zu entſchuldigen und ſeiner Tochter jedes weitere Nachdenken darüber zu benehmen, lange und wehmüthig an. Dann entgegnete ſie ſanft und ſchmerzlich:

„Nein, Vater— ich gehorche.“

„Du wirſt heute Dich ſchon darauf vorbereiten.“ „Ich werde es.“