Teil eines Werkes 
3. Theil (1861)
Entstehung
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ihr hübſch, Täubchen, ſie kennt die Sache und weiß, wie ich's gern habe. Nur fein luftig angekleidet, wenn's auch ein wenig kalt iſt. Hörſt Du, Roſa, hübſch frei unter der Tunica, der Buſen offen, die Arme bis oben frei— nun, Deine Kammerfran wird Dir's ſchon zeigen. Alſo, auf Wiederſehen!“

Er ließ ſich das Thor öffnen und ging hinaus. Vater Ricot ſchob ſogleich die ſchweren Riegel wieder vor.

Der Gefängnißwärter hatte ein Gefühl von der Un⸗ würdigkeit der Rolle, die er vor Chaumette geſpielt und ſo zogen ſich dann, kaum daß dieſer das Haus verlaſſen, ſeine Züge wieder zu dem alten mürriſchen Ausdruck zu⸗ ſammen. Ja, er ſah finſterer aus, denn je, ſeine Augen verſchwanden faſt unter den ſtarken Augenbrauen, die Züge gingen tiefer, die Runzeln weiter. Sichtlich ſcheute er ſich, an ſeine Tochter, die noch immer auf ihrem Platze ſtand, das erſte Wort zu richten; er ſetzte ſich vielmehr zurück in ſeinen Seſſel, das Schlüſſelbund in der einen Hand, die andere auf den Riegel am Thor gelegt. So ſaß er finſter vor ſich hin und ſprach kein Wort lange Zeit.

Roſa ihrerſeits, wenn auch keine gerade fein beſaitete Natur, war von Chaumette's Worten doch zu ſehr in ihrem Schamgefühl verletzt worden, als daß ſie gegen ihren Vater, der nichts zu ihrem Schutze aus Furcht vor Chaumette verſucht hatte, im Herzen nicht einen Vorwurf

getragen hätte. Aber ſie ſchwieg auch lange Zeit, aus