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Das iſt echte Religion und die ſoll morgen auch in den Tempel einziehen, auf dem man lange genug dem Baal geopfert.“
Chaumette war während dieſer philoſophiſchen Ab⸗ handlung, die Hände reibend, auf und ab in dem breiten, überdachten, ſteingepflaſterten Thorweg gegangen. Es war erſichtlich, daß er fror. Indeſſen unterdrückte er noch jede Aeußerung darüber und fuhr fort, indem er ſich gegen Roſa wendete:
„Wie ſchön, daß ich Dich ſelbſt treffe, Du Roſe von St. Lazare! Ja, man hat mir nicht zu viel geſagt— Du biſt würdig, die Göttin der Vernunft vorzuſtellen. Preiſe Dein Geſchick, Tochter der Vernunft, daß Du erwählt biſt, unter den Vielen, zu dienen dem höchſten Kultus und dem Vaterland, allem Volk zu zeigen, was es von jetzt anzubeten hat! Ich, Chaumette, der Prophet der neuen Lehre, erhebe Dich zur Göttin der Vernunft und will Dich morgen einziehen laſſen in den Tempel mit allem Volk in Feier und in Pomp, um den alten böſen Geiſt aus Loretto zu vertreiben und den neuen Kultus einzuführen. Was, Täubchen,“ ſetzte er hinzu, indem er von Neuem Roſa's Kinn ſtreichelte,„das macht Dich ſtumm vor Glück? Nun, Du wirſt mir dankbar dafür ſein, nicht wahr? Ein Küßchen auf Abſchlag könnte mich etwas er⸗ wärmen, denn hier iſt eine abſcheuliche Kälte.“ Chaumette hatte bei dieſen Worten die Taille des


