Teil eines Werkes 
3. Theil (1861)
Entstehung
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Vater Ricot wartete reſpektvoll auf das, was der republi⸗ kaniſche Machthaber verlangen würde.

Dieſer wandte ſich nun halb zu ihm und rief in ſal⸗ bungsvollem Ton:

„Ja, Heil Dir, Du Alter, daß ich Dich ſuche! Große Ehre iſt Dir und Deinem Haus widerfahren! Morgen werden wir in dieſem Viertel von Paris das Feſt der Ver⸗ nunft feiern, deſſen Erfinder und Hoherprieſter ich bin. In den alten Götzentempel von Loretto wird das Volk der Freiheit ziehen und die alten Altäre der lügneriſchen Prieſter zerſchlagen, feiern den neuen Kultus der wahren Religion, die ich eingeführt, der Vernunft. Vernunft, mein Freund, iſt Alles, das iſt das Höchſte, das iſt wahr⸗ haft göttlich. Ein vernünftiger Menſch iſt ein Menſch, der wie Gott iſt und daher iſt Vernunft die wahre Religion. Verſtehſt Du das? Man hat das Volk lange genug in den Finſterniſſen des römiſchen Aberglaubens gelaſſen und es gelehrt, die Welt als einen Ort des Jammers zu be⸗ trachten, von dem der Menſch ſich fortſehnen ſoll. Welche Schändlichkeit! Welche Unvernunft! Wozu wären wir ge⸗ ſchaffen, wenn wir hier nur im Elend lebten? Wozu ſol⸗ len wir Gott preiſen, wenn er uns abſichtlich hier in eine Jammerwelt geſetzt? Du ſiehſt, wie dumm das iſt und Dummheit iſt das Schlimmſte. Gott iſt Vernunft, Ver⸗ nunft iſt das höchſte Weſen— der Menſch ſoll ſich freuen, daß er lebt, weil er lebt und vergnügt das Leben genießen.