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Vaters ſtehen geblieben und betrachtete halb verwundert, halb neugierig den Eingetretenen.
Kaum hatte ſie dieſer geſehen, als ſein Geſicht ſich zu widerlicher Freundlichkeit verzerrte und er auf Roſa zutrat. Er wollte ſie unter's Kinn faſſen, aber das Madchen ſtieß derb ſeine Hand zurück.
„Ei, Täubchen,“ ſagte er, indem er ſie mit lüſternen Augen betrachtete,„Du biſt gewiß die Roſe von St. Lazare?“
Vater Ricot's Augen flammten vor Zorn.
„Was ſoll das ſein, Bürger?“ rief er mit ſeiner rauhen Stimme.„Wer biſt Du? Was ſuchſt Du hier?“
Der Fremde drehte ſich zu dem Alten und ſagte:
„Wie? Du kennſt mich nicht? Du kennſt den mäch⸗ tigſten Mann nicht in Frankreich? Nun, ich verzeihe Dir, weil Du wie eine Eule in dieſem Neſt lebſt und nichts von draußen hörſt und ſiehſt. Wiſſe, ich bin Chaumette, Erzhoherprieſter der Republik, Wiederherſteller der Ver⸗ nunft und Schutzengel der Freiheit!“
Beim Vernehmen dieſes Namens veränderten ſich Vater Rieots Züge ſichtlich. Er hatte wohl von Chau⸗ mette gehört, der zwei Tage zuvor in Notre⸗Dame das Feſt der Vernunft celebrirt hatte und wirklich damals eine Macht beſaß, die außerordentlich war. Der Gefängniß⸗ wärter erhob ſich deßhalb auch faſt demüthig und ſtand da wie ein Beamter, der die Befehle ſeines Herrn erwartet.


