Teil eines Werkes 
3. Theil (1861)
Entstehung
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mehr vorhanden iſt und welches das Logis des Königs hieß. Später, Gott weiß weßhalb die frommen Mönche hier fortgingen! ward St. Lazare eine Kaſerne, dann Staats⸗ gefängniß und Correktionshaus. Bald der Mönche, bald der Soldaten, bald der Verſchwörer und Freudenmädchen wegen hat man im Lauf der Zeit dies alte Gebäude er⸗ weitert, umgebaut und im Innern verändert, bis es heut, als Aufenthaltsort der zur Strafe verurtheilten Mädchen der Liebe, ein freundlicheres Ausſehen bekommen hat.

Zur Zeit der Revolution war dieß Haus Gefängniß und ein trauriger, ſchmutziger Aufenthalt. An einer gro⸗ ßen ſchwarzen Stange über dem Hausthor wehte damals eine blau⸗ und rothgeſtreifte Fahne, verſchoſſen in ihren Farben, vom Regen halb in einander gewiſcht. Auf einer ſchwarzen Marmortafel ſtand in großen weißen Buchſta⸗ ben das Motto der franzöſiſchen Republik, welches ſich auf allen öffentlichen Gebäuden zeigte:

Einheit, Untheilbarkeit der Republik, Gleichheit, Brüderlichkeit oder der Tod.

Vor dem Wachthaus hinter der Mauer im kleineren Vorhof ſaßen auf Eichenbänken die Nationalgarden, ihre kurzen Thonpfeifen rauchend oder mit ihren Piken im Sande Gulllotinen zeichnend, oder ſingend und ſpielend. Sie bewachten dieſen Aufenthalt des Elends und der To⸗ desangſt.

Denn das war St. Lazare und ſein düſteres Aeußere