Irſtes Kapitel. Die Noſe von St. Lazare.
Im Faubourg St. Denis, nicht weit von den Boule⸗ vards und ihrem bunten, glänzenden Treiben, zieht ſich eine hohe graue Mauer etwa hundert Schritte lang zwiſchen den alten Häuſern dahin. Unwillkürlich richtet man ſeinen Blick darauf, um von dem Grau dieſer Mauer abzuleſen, was ſie hinter ſich verberge. Man denkt ſogleich an ein Kloſter, und in der That hat man ſo unrecht nicht. Dieß Haus hinter dieſer alten Mauer iſt St. Lazare, in frühe⸗ ren Zeiten eine bedeutende Priorei, deren Bau in die letzte Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts fällt. Die alten Könige von Frankreich pflegten hier zweimal Halt zu ma⸗ chen, einmal, wenn ſie ihren Einzug in Paris hielten und dann hielten ſie hier im Kloſter Raſt und ſtärkten ſich durch den guten Wein des Priors, das andere Mal, wenn ſie Paris verließen, um in die Gruft von St. Denis ge⸗ bracht zu werden und dann ſegnete man ihre Leichen in der Kirche des Kloſters ein. Gegenüber dieſer Priorei war daher auch ein kleines Hotel, von dem jetzt keine Spur 1861. 46. Apoll von Byzanz. III. 1


