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welche ihre tugendhafteſten Bürger guillotinire.„Wie viel Blut,“ rief er,„wird nöthig ſein, um das unſrige ab⸗ zuwaſchen!“
Die Girondiſten ſchwiegen. Sie ſchienen beſtürzt dem heraufgeſchworenen Geſpenſt der Zukunft gegenüber.
„Meine Freunde,“ entgegnete endlich Vergniaud; „indem wir den Baum pfropften, haben wir ihn ertödtet, er war zu alt. Robespierre wird ihn umhauen. Ob er glücklicher ſein wird, als wir?— ich ſage Nein. Dieſer Boden iſt zu leicht, als daß die bürgerliche Freiheit Wur⸗ zel in ihm ſchlagen könnte; dieſes Volk iſt zu ſehr Kind, als daß es ſeine Geſetze handhaben könnte, ohne ſich zu verwundern. Es wird zu ſeinen Königen zurückkehren, wie
ein Kind zu ſeinen Spielſachen zurückkehrt! Wir haben
uns in der Zeit geirrt, als wir für die Freiheit der Welt geboren wurden und ſtarben. Wir glaubten uns in Rom und wir waren in Paris. Aber die Revolutionen ſind wie jene Kriſen, welche in einer Nacht das Haar eines Men⸗ ſchen bleichen: ſie altern die Völker ſchnell. Das Blut unſerer Adern iſt heiß genug, um den Boden der Republik zu befruchten. Nehmen wir die Zukunft nicht mit uns fort und laſſen wir dem Volke die Hoffnung zurück für den Tod, der es uns gibt!“
Eine lange Pauſe trat nach dieſen Worten Vergniauds ein. Alle ſpannen in ihrem Kopfe die Gedanken weiter, welche dieſe Rede angeregt hatte.


