Teil eines Werkes 
2. Theil (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

173

Halle, die ſich an der einen Seite des Hofes hinzieht, wie im Convent; ſie ſprachen wie Männer, die nicht mehr no⸗ thig haben, Zeit und Umſtände rückſichtsvoll zu erwägen. Ihre Beredſamkeit, die noch immer die Gluth und den Patriotismus früherer Tage hatte, nahm hier einen Cha⸗ rakter des Erhabenen und Prophetiſchen an. Bald hielt der Eine eine begeiſterte Lobrede auf die Tugenden der Republikaner, bald ſpottete der Andere mit dem attiſchen Salz, das ihm eigen war, der Jacobiner, die ſie richten würden. Es ward die Anarchie vervehmt und der Tod für die Freiheit begeiſtert geſchildert. Es wurden Philoſophien gepredigt, neue Geſellſchaftslehren, ein neues Chriſten⸗ thum. Man erſann neue Ländereintheilungen und Staa⸗ tengruppirungen und zeichnete die neue Karte der Freiheit auf einen Globus; man hielt Gottesdienſt für die Frei⸗ heit ab und auch für den Glauben ſtiegen faſt vergeſſene fromme Gebete aus den Tagen der Kindheit, wie ſie die Mutter gelehrt, zum Himmel empor. Dort dichtete der Eine auf ſeinen Tod, auf ſeine Gattin, ſeine Kinder; der Andere beſang die Geliebte, welche in Verkleidung hinein in die Conciergerie gedrungen war, nur um einen Blick mit dem Geliebten zu wechſeln. Es ſchallten fröhliche Zechergeſänge dem Tode entgegen und heitere Lieder, mit denen der Freund den andern in ſeinem Gram tröſtete. In der Ecke, ſtill und bleich, weinte ein junger Mann um die Theuren, die er verlaſſen ſollte; es umarmte ihn ein