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wenn es ſchien, daß ſie erröthen mußte. Und doch war es ein keuſches Herz, welches mit ſo leichtfertigen Worten ein glänzendes Spiel trieb; ſie gab einen Typus jener Ariſto kratie ab, welche mit einem Wort ſich Alles erlaubte, und Ohren wie Lippen in gar keiner Verbindung mit dem Ge⸗ müth weiß. Ihre Seele war ein Spiegel; ein jeder Hauch rollte ſchnell und ſchadlos über die Fläche.
„Das iſt das Empfindlichſte, Mademoiſelle von Cha⸗ mans,“ meinte der Herzog,„daß die Republik die Tugend ſo preiſt—
„Und wie ſchön, daß dieſe Tugendhelden den ariſto⸗ kratiſchen Geſchmack haben, ſich Geliebte zu halten,“ un⸗ terbrach ihn das übermüthige Mädchen lachend.„Nicht wahr, Herr von Breteuil, Sie kennen ja einige pikante Geſchichten von Tallien und Danton?“
„Sie ſind zu plebejiſch, um Ihnen gefallen zu kön⸗ nen,“ antwortete der Graf,„dagegen ſpielte ſich neulich mit dem jungen Fräulein du Coſſe eine wahrhaft prächtige Geſchichte ab. Unter Ludwig XV. hätte ſie Furore ge⸗ macht.“
„Ah, die Entführung aus Montmoreney,“ fiel Fräu⸗ lein von Chamans ein, welche die Geſchichte kennen mußte. „Ich bitte Sie, Breteuil, auch das iſt ſchon ordinair; ich fde n unter viel intereſſanteren Umſtänden verführen aſſen.
„Und wie, reizende Marie?“ meinte Herr von Pange.


