Teil eines Werkes 
2. Theil (1861)
Entstehung
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Zweites Kapitel. Ein ariſtokratiſcher Salon.

Herr von St. Aignan entwickelte in einer Gruppe jüngerer und heiterer Perſonen ſeine Liebenswürdigkeit, die mit ihrer echt franzöſiſchen Leichtfertigkeit, mit dem Glanz und der Koketterie der Geſellſchaft der vorrevolutio⸗ nairen Zeit die Biederkeit und Edelſinnigkeit ſeines Cha⸗

rakters verhüllte. Er übte ſeinen Witz mit Fräulein Marie

von St. Chamans, einem allerliebſten, fünfzehnjährigen Lockenkopf, eine der geiſtreichſten und dabei liebeluſtigſten Perſonen der noch vorhandenen Ariſtokratie. Herr von Pange, der Marquis d'nſſſon, der junge Graf Breteuil, der ehemalige Gardeoffizier, Herr de Lagarde, waren in dieſem Kampf zu erfahren und für denſelben viel zu auf⸗ gelegt, als daß ſie ihn nicht mit lächelnden Mienen bis auf einen Punkt geſtoßen hätten, wo die Frivolität ſich kaum noch mit dem Decorum der Raillerie und des Esprit um⸗ gab. Aber Fräulein von Chamans mochte dergleichen Tur⸗ niere, trotz ihrer äußerſten Jugend, gewohnt ſein; die voll⸗ kommene Sicherheit, mit welcher ſie die Attaque dieſer ſtürmiſchen Männer aushielt, bewies es hinlänglich. Sie hatte ein Lächeln für Jeden, einen koketten Blick, wenn ſie eine Wunde geſchlagen, eine Grazie ohne Gleichen,