21
Der Herzog ging ernſt auf Roucher und legte ſeine Hand auf deſſen Schulter.
„Es iſt unmöglich, es kann nicht ſein!“
„Vielleicht,“ ſagte Roucher nach einer Pauſe,„ge⸗ winnen Madame Herrn von Chenier, ſich mit Vergniaud in Einvernehmen zu ſetzen, um ihn ſtark zu machen. Ver⸗ gniaud iſt der edelſte Menſch, zu edel, aber ſchwach, ſchwan⸗ kend gegen die Wuthangriffe der Jacobiner. Er bedarf einer Stütze im Kampf, der jetzt im Convent täglich wüthet; er muß es durchſetzen, daß der König nicht gerichtet werde, ſchlimmſten Falls durch eine Berufung ans Volk, denn das rettet ihn. Herr von Chénier iſt beredt, hochgeachtet, ein perſönlicher Freund Vergniand's von früher her; er könnte viel nützen, viel wirken, und die Miſſion würde ihn aus dem unglücklichen Verſunkenſein retten.“
Die Portieren öffneten ſich wieder. Der Diener mel⸗ dete hinter einander an:„Frau Marquiſe von Paſtoret, Madame von Perigard, Herr Obriſt von Roquelaure, Herr von Pange.“
„Ah, Madame,“ meinte der Herzog zu ſeiner Ge⸗ mahlin, indem er ihr die Hand reichte,„wir überſiedeln nach den Salons.“


