Teil eines Werkes 
2. Theil (1861)
Entstehung
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Betrachtungen. Der Herzog von St. Aignan war ein Mann von dreißig Jahren; auf den erſten Blick erkannte man in ihm den liebenswürdigen, geiſtreichen Cavalier.

Pardon, Madame, daß ich Sie in ihrer reizenden Attitüde überraſche, rief er heiter, während ſich die Her⸗ zogin etwas verwirrt durch den Beſuch vom Kamin erhob. Wahrlich, ich bedaure meinen Freund Pieini nicht mit⸗ gebracht zu haben; er hätte Sie im Nu mit ſeinem Mei⸗ ſterpinſel für die Ewigkeit in einer der graziöſeſten Poſi⸗ tionen gemalt. Die Freude, die Sie mir damit bereitet, hätte Sie williger zum Model gemacht, als den unwirſchen Apoll von Byzanz, deſſen Bild ich Ihnen hiermit über⸗ reiche.

Der Herzog gab bei dieſen Worten ſeiner Gemahlin ein kleines Etui. Leontine ſah ihn überraſcht und verwun⸗ dert an.

Das hätten Sie ſehen ſollen, Madame! fuhr Herr von St. Aignan lachend fort.Herr von Chenier hat ſich für mich malen laſſen müſſen, trotz ſeiner Widerſpenſtig⸗ keit. Belieben Sie nur das Etui zu öffnen.

Die Herzogin hatte es bereits gethan; ſie langte aus dem Etui ein kleines, mit Bleiſtift ziemlich ausgeführtes Portrait André Cheniers heraus und betrachtete es mit unverkennbarer Freude am Fenſter.

Wie iſt das möglich? rief ſie und fah auf ihren Gemahl.Wie kommen Sie dazu?