Teil eines Werkes 
2. Theil (1861)
Entstehung
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Das war wohl ihr innerſter Gedanke. Empfand ſie doch und wußte, wollte nicht wiſſen, was; quälte ſie doch ein Gefühl, anſtatt ſie zu tröſten! Und wie um ihren Ge⸗ danken eine andere Richtung zu geben, fuhr ſie fort:Es liegt ein ſtolzes Bewußtſein darin, ſo tief in die Seele eines edlen Gemüths blicken zu können. Ich weiß es, nachdem die Marquiſe Dupleſſis todt iſt, bin ich die ein⸗ zize, die die Geheimniſſe ſeines Herzens kennt. Die beſten, tieſgefühlteſten ſeiner Gedichte habe ich und ich hüte ſie wie einen Schatz. Warum? fuhr ſie dann nach einer Pauſe in Gedanken fort.Warum weiß ich dieſe Geheim⸗ niſſe? Warum öffnete er mir die Welt ſeiner Gefühle, ohne mich zu ſehen? Er kennt mich nicht mehr, wie viele andere Frauen warum alſo wohl? Sie ſann ernſtlich einen Augenblick darüber nach.Ah, meinte ſie endlich wie erleichtert,er iſt der Freund meines Gemahls und er hat mir ſelbſt ja geſagt, ich verſtände ſeine Poeſieen am beſten und ſollte ſie für die Nachwelt bewahren. Und doch kommt er nicht zu uns, wie oft der Herzog ihn auch ſchon gequält, und er weiß, wie ſehr wir ihn achten! Er reibt ſich auf in Schmerz um die todte Geliebte und in Grimm über die Entwürdigung Frankreichs als wenn wir ihn nicht mit verſtänden und im Austanſch der Gedanken ihm nicht hier Troſt und Erleichterung würde!.

In dieſem Augenblick rauſchten die Portieren aus einander und der Eintritt ihres Gemahls unterbrach ihre