Teil eines Werkes 
2. Theil (1861)
Entstehung
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die Harmonie der Klage einer Aeolsharfe. Die Kraft⸗ bilder, die er aus herrlichen Worten geformt, mit dem Athem Alt⸗Griechenlands belebte und dann als Torſo, wie eine Ruine helleniſcher Tempel, launiſch verlaſſen, lebten noch in ihrem Gemüth; oft kehrte ihre Phantaſie zu dem neuen Fragmente André's über Herkules zurück und ſie ruhte, mit heiligem Grauen erfüllt, auf dem Holzſtoß, der den Helden verſchlang.

Er ſteigt hinauf, zu ſeinen Füßen liegt Des Helden Ehrenkleid, das zottige Löwenvließ;

Gen Himmel ſchaut das Aug', die Hand ruht auf der Keule; So wartet er des Lohns, im Götterrath zu ſitzen.

Es bläſt der Wind und heult, der Holzſtoß leuchtet

Rings um den Helden, und die raſche Flamme

Trägt zum Olymp empor die Seele des Aleiden.

Dann wieder hüllt ſich ihre Phantaſie in die tiefe Wehmüthigkeit von Cheniers Elegien, die ſie heut als neue Gaben des Dichters ſo oft und mit ſo viel Erregung geleſen. 1

O, murmelte ſie und ein Seußzer hauchte über ihre Lippen,o, welch' ein göttliches Geſchenk, die Klage und den Schmerz ſo wundervoll zu feſſeln! Er iſt doch glück⸗ lich, doch glücklich, die Bruſt erleichtern zu können, für Al⸗ les, was er fühlt, ein Wort, ein Bild zu finden. Wie Viele, die empfinden, und ſie wiſſen nicht was, und es quält ſie, anſtatt zu tröſten!