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mit einem wehmüthigen Zug hafteten ihre Augen auf dem Gedicht, das ſie eben geleſen und in welchem André ſei⸗ nen Schmerz um den Tod der Geliebten ausgetönt hatte. Glücklich, ja glücklich, dachte ſie, weil ſie von ihm ge⸗ liebt, von ihm noch übers Grab hinaus vergöttert wurde. Könnte denn dies Herz, vergiftet und gebrochen durch die Enttäuſchungen all' der hochgehenden Gefühle, die es einſt für das Vaterland und die Liebe empfunden, nicht wieder zu tröſten ſein? Iſt denn Alles verloren, wenn auch die Hoffnungen zuſammengebrochen ſind— heilen die Wunden in der Bruſt nicht auch, wie die am Körper, wenn eine zarte Hand ſie pflegt?
Die Herzogin fragte ſich nur; die Antwort lag ſchon in ihrer Frage. Seit vier Monaten hatte ſie Herrn von Chenier nicht geſehen; ſeit drei Monaten, wo die Mar⸗ quiſe Dupleſſis, ſehr gut von ihr gekannt und als Freun⸗ din geſchätzt, geſtorben war, hatte Andre keine Geſellſchaft beſucht, ſo viel ſeine Freunde ſich auch abgemüht, ſo ſehr ſie ſich auch angeſtrengt hatten, ihn zu zerſtreuen. Sein Bruder Marie⸗Joſeph, immer voll edlen Antheils für ihn, hatte ihm nach jenem niederſchmetternden Ereigniß eine kleine Villa bei Verſailles gemiethet und dort lebte Andre, grollend mit der Welt, erbittert, düſterer wie je; verließ er ſeine Wohnung, ſo geſchah es, um einſame Waldpartieen zu durchſtreifen, oder zum Doktor Maury zu gehen, oder auch, wie man bemerkte, zu einem Gärtner bei Paris, viel⸗


