Teil eines Werkes 
2. Theil (1861)
Entstehung
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der Aufregung, in der Sehnſucht und dem Gram ſeines Herzens. Ein Dichter von Gottes Gnaden, ſingend wie's im Saitenſpiel der Bruſt erklang, heut ſich verſenkend in die untergegangene Welt der Griechen und ihrer Mythen, morgen klagend wie Philomele in wunderſamen Elegien, aufgebaut im glänzenden, abgeſtumpften, unfertigen Vers⸗ maß, wie eine Gruft mit Säulen von Palmyra. So tönte er ſein Seelenleben aus, frei wie ein echter Sänger, aus eigener Luſt und für eigenen Troſt, kaum denkend an die Ruhmeskränze der Nachwelt, die Verſe, die er ſchrieb, verſchleudernd, verſchenkend, zerſtreuend unter ſeine Freunde, als ſollten ſie leben nur für einen Tag und dann vergehen. Der junge Herzog von St. Aignan war ſein Freund; er entführte jedesmal Andre's Gedichte für ſeine Gemahlin und die junge Frau von lebhafteſtem Intereſſe für den Dichter erfüllt, perſönlich ſeit Monaten mit ihm bekannt, betrachtete dieſee Sammlung von Mannſkripten wie einen Schatz, in den Stunden der Sonntagsſeier ihres Herzens.

Unmerklich war die Theilnahme für André und die Schwärmerei für die rauſchende Muſik ſeiner Poeſien in ein Gefühl aufgegipfelt, von dem ſich die Herzogin Rechen⸗ ſchaft zu geben in letzter Zeit mehr und mehr ſcheute. Sie bezeichnete es laut als Freundſchaft und in ihrem Innern klang das Wort doch nicht wieder; ſie fühlte eigenthüm⸗ lich, wenn ſie des Herrn von Chenier gedachte, ſo eigen⸗ thümlich, wie noch niemals in ihrem Leben und doch ließ