Teil eines Werkes 
2. Theil (1861)
Entstehung
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Aignan, ſeitdem er ſich vermählt hatte, was beinahe zwei Jahre her war.

Die Herzogin ſaß auf einem Fautteuil in ihrem Bou⸗ doir, welches ein Eckzimmer des Hauptgebäudes bildete und von wo aus man ſowohl in die nach vorn liegenden Salons, als in die Wohnpiecen des rechten Flügels gelan⸗ gen konnte. Der ariſtokratiſchen Sitte gemäß bewohnte der Herzog den linken Flügel allein.

Das Boudoir war im überladenen Geſchmack der vorrevolutionären Zeit. Meergrün in der Malerei ge⸗ halten, waren die Wände mit Getäfel bekleidet, auf dem ſich Reliefs mit den Spielen Amors und gemeißelte Fel⸗ der mit Blumen und Guirlanden erhoben. Schwere und geſchnörkelte Arabesken liefen rings an der fein gemalten Decke des Zimmers hin; ſchwere türkiſche Teppiche be⸗ deckten den parkettirten Fußboden; das ganze Mobiliar war im Rococogeſchmack. Aus dem ungeheuren Marmor⸗ kamin, deſſen Geſims mit Statuetten und Nippſachen über⸗ laden war, ſtrömte eine behagliche Wärme heraus; der trübe Tag ſandte durch die vier, in Niſchen befindlichen und mit ſeidenen Vorhängen bekleideten, Fenſter ein fahles, dämmeriges Licht in das Gemach.

Die Herzogin war allein; auf einem vor ihr ſtehen⸗ den Tiſch lagen eine Menge kleiner beſchriebener Papier⸗ ſtreifen, die ſie durchblätterte und in deren Schrift ſie ſich zuweilen mit leidenſchaftlicher Haſt verſenkte, das ſchöne