Teil eines Werkes 
2. Theil (1861)
Entstehung
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Gärten umgeben, die nun auch todt und öde unter dem unheimlichen Nebel liegen. Hier leben noch die Rudera des königlichen Frankreichs, der Adel und die Royaliſten, welche nicht ausgewandert ſind, in der alten Luft von Verſailles und ſeiner Wälder, jeden Abend ſich zur Ruhe begeben, nicht wiſſend, ob ſie den Morgen nicht in einem Gefängniſſe von Paris erwachen. Die ewige Gefahr, die ſie bedroht, die Unmöglichkeit zu fliehen, ohne faſt ſicher das Leben auf's Spiel zu ſetzen, hat ſie abgeſtumpft; ſie fürchten ſich nicht mehr, da ſie ſich hundertmal ſchon auf das Loos gefaßt gemacht haben, welches Viele von ihnen ſchon ereilt hat; ſie führen hier im Parke von Verſailles ihr eigenes Daſein, faſt ſo wie ehedem, als noch der König im Schloſſe reſidirte, faſt ſo etikettevoll, ſo leichtfertig, ſo liebesluſtig wie ſonſt. Sie bilden eine Colonie des Roya⸗ lismus aller Schattirungen, vom exaltirteſten und ewig überlebteſten an, bis zu dem freiſinnigen der alten Stamm⸗ gironde, die einen König wollte, der repräſentirt und ein Volk neben ihm, welches regiert. Und ſie vertragen ſich, weil eine Gefahr ſie Alle bedroht, ein Verdacht in den Augen des Pariſer Gemeinderaths auf Allen lagert, Jeder von ihnen nicht ſicher iſt, ob er am nächſten Tag noch lebe, in der nächſten Woche nicht auch ſchon mit ſei⸗ nem Blute das Schaffot geröthet habe. Sie kommen zu⸗ ſammen, bald bei Dem, bald bei Jenem, und leben als franzöſiſche Edelleute mit Bonmots, Witz und Frivolität 1*