Teil eines Werkes 
2. Theil (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

tainen ſprangen nicht mehr; die einſt ſo ſauberen Kies⸗ gänge, mit weichem Sand gefüttert, trugen zum Theil

Gras und Unkraut. Einzelne Tritte waren noch im Sande

abgedrückt man erkannte den hohen ſcharfen Hacken

eines Hofmannes, den ſchlanken, kleinen Fuß einer Frau,

die hier gewandelt vielleicht Marie Antoinette, wenn

ſie ſinnend und ernſt ſich nach dem alten reizenden Liebes⸗

ſitz von Trianon begab, nach dem Lieblingsaufenthalte

ihrer übermüthigen Jugend⸗Launen, der Meierei, der Lie⸗

besgrotte, dem engliſchen Garten.... Sie ſaß, wie

Ludwig XVI., der Enkel des Schlächters Capet, nun hin⸗

ter den Eiſengittern des Temple! Dort, jene Fußſpur vielleicht hat ſie die elaſtiſche Geſtalt der Frau von Poli⸗ gnae gedrückt; vielleicht die Gräfin d'⸗Oſſun, deren Salon die Königin zu beſuchen pflegte; vielleicht die Prinzeſſin Lamballe mit ihrem herrlichen Fuß? Sie war in der Septembernacht ermordet worden, die Unglückliche! Ihr wunderlieblicher Kopf hatte auf einer Pike vor dem Kerker⸗ fenſter Marie Antoinettens getanzt; mit ihrem Bein, aus dem königlichen Leibe geriſſen, hatte der Paroxismus der Roheit eine Kanone geladen!

Traurig klapperten die kahlen naſſen Zweige der prachtvollen Bäume zuſammen, welche jene köſtlichen Parks bilden, die ſich von Verſailles bis nach St. Cloud, Batignalles, Neuilly und Paris ziehen. Weiße, zierliche Villen heben ſich hinter dem braunen Geäſt hervor, mit