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hoben, ihr Auge einen Blitzſtrahl ſchnell geſchleudert—
das Herz ſtand ſtill, ganz ſtill, das holde Auge lag in ewiger Jodesnacht. Immer lockender ward das Spiel ſeiner erregten Sinne; er ſtarrte auf die geliebte Leiche und verfolgte dabei unwiſfentlich die Gaukelbilder ſeiner Phan⸗ taſie, für Wahrheit nehmend, was Einbildung war. Er ſah Valerie ſich erheben, weiß wie Schnee, in wallenden Ge⸗ wändern ſich emporrichten und mit ihren ſchlanken Lilien⸗ armen ſeinen Nacken umſchlingen. Er barg das Haupt an ihrem Buſen, auf deſſen Wogen er einſchlief und in ſelige Träumerei verſank. Träumte ihm, daß ſie geſtorben wäre, die Braut, die unendlich Geliebte; einer der Mörder der Septembertage hatte ihr ſein blutiges Meſſer in das Herz geſtoßen und das Blut war über ihre weißen Gewänder gefloſſen— er ſah den breiten rothen Streifen vom Her⸗ zen bis zu Füßen. Da hinten im Düſtern leuchtete der flammende Blick Baſile's und triumphirte, als ſein Opfer zuſammengebrochen; Margot hielt ſie in den Armen und Doktor Maury klagte um ſeine Tochter— ja, es war ſeine Tochter, die er hier wiederfand; ſie hatte ihn ſter⸗ bend noch erkannt, den Vater, und um die Mutter gebe⸗ ten, die unglücklich ihr Leben in Stolz und Reue einſam auf ihrem Schloſſe vertrauert, nur die alte Urſula um ſich. Es war Nacht, Alles finſter, er ſah die Ermordete verſinken und ſtreckte die Arme nach ihr aus, mit ihr in's Grab zu ſteigen. Da webte ſich ein roſiger Sohleier 19
1861. 44. Apoll von Byzanz. I.


