Teil eines Werkes 
1. Theil (1861)
Entstehung
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noch und in ihrer Bewegung ſchien die letzte Lebenskraft auszuzittern. Sie ſtreckte ſie beide über das Bett hinaus, in fliegender Haſt ſie ſchüttelnd, als wolle ſie ſegnen oder Abſchied nehmen.

Und André ergriff jetzt die eine dieſer Hände; er kniete nieder und bedeckte ſie mit ſeinen Lippen. Zwei große Thränen rollten über ſeine Wangen auf die Hand.

Plötzlich riß Valerie ihre Hände an ſich, dann ſtreckte ſie ſie lang auf's Bett ein kurzer jämmerlicher Ton entrang ſich ihrer Bruſt: es war das letzte Leben ſtill, ſtarr und ſchon kalt lag ſie da. Ein Schimmer der Ver⸗ klärung breitete ſich über ihr Antlitz.

O meine Tochter! O Valerie! rief Maury jetzt aus und bedeckte in übergroßem Schmerz ſein Geſicht mit beiden Händen. Dann, nach einer langen Pauſe, ergriff er Urſula's Hand und ſagte:Urſula o Du, die Alles weiß, beklage noch einmal das Geſchick, das ich ertragen muß! Du haſt geſehen, wie ich dieſes Kind erhielt, Du warſt die Zeugin meines Glücks und wie es zerſtört war, Du trägſt das Geheimniß meines Lebens in Deiner Bruſt, Du treue Dienerin trage auch dies noch mit! Sag' nie, daß ich meine Tochter wiedergefunden und daß ſie ſtarb, ohne zu wiſſen, daß ihr Vater noch lebt; ſag' nie, Urſula, ſag' nie, daß der Tod dieſer Frau mich ſo namen⸗ los unglücklich macht! 3

Ach, Herr Doktor, antwortete die Alte weinend.