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Schmerz, der aus Doktor Maury's Antlitz entgegenblickte, zeichnete ſich auch auf dem des jungen Mannes ab. Nur war er umheimlicher als jener, gebannt in jene regungs⸗ loſe Düſterheit, an der Alles abzugleiten ſcheint, ohne einen Eindruck hervorzubringen. Es lag ein gewaltiger Grimm in dieſen Zügen, ein zorniges Hadern mit dem Geſchick, welches ihm die Geliebte zurückgegeben, um ſie in entſetzensvoller Weiſe hinſterben zu ſehen. Seine ſtar⸗ ren düſteren Augen hingen an dem Antlitz Valeriens, auf dem die Phantaſie des Fiebers ihre hölliſchen Kreiſe ſchrieb; wie leblos blickte er auf dieſe einſt von ſeinen Küſſen erglühte Stirn, welche die weinende Urſula un⸗ aufhörlich mit Eisumſchlägen bedeckte.
Es war Nacht und das Licht der Nachtlampe warf ſeinen matten Schein durch's Zimmer. Ein angſtvolles gedrücktes Schweigen herrſchte, ein Jeder brütete den Ge⸗ danken an den Tod Valeriens im Feuer ſeines Schmer⸗ zes aus. Scharf tickte die Uhr auf dem Kamin, in ewi⸗ ger verzweiflungsvoller Monotonie; ihr Zeiger durchlief ruhig ihre vorgeſchriebene Bahn und ihr Werk arbeitete regelmäßig fort— ein greller Contraſt gegen die Kranke, deren Leben ſich im raſenden Blutumlauf ſo ſchnell abzu⸗ haspeln ſchien, wie die Arbeit eines Uhrwerks, deſſen Fe⸗ der plötzlich zerreißt. Valerie ſchwieg auch ſeit langer Zeit, nur an ihrem Erglühen und ihrem eiſigen Erkalten, an der ewigen krampfhaften Bewegung ihrer Lippen, zu


