„Sieh, ſieh,“ rief vom andern Ende der Tafel eine feiſte Geſtalt mit gedunſenem, gemeinem Geſicht,„Ihr werdet ſie doch erſt beichten laſſen? Der Teuſel, man muß den Anſtand wahren und auf's Beichten halt' ich noch immer. Eine ſchoͤne Erfindung das, nicht wahr Pal⸗ myra?“— Es war Chabot, der Excapueiner, der eyni⸗ ſche Wüſtling und Sanseulotte, welcher dieſe letzten Worte mit einem frechen Lächeln zu einer neben ihm ſitzenden, dicken und abgelebt ausſehenden Frau richtete. Sie ver⸗ ſtand unſtreitig den Sinn der Worte Chabots und erwi⸗ derte pikirt:„Ach Du Läſtermaul, willſt Du etwa aus der Schule plaudern? Alter Kloſterbruder, ſei froh, daß Du das Beichten aufgeben und lohnendere létes-à-tétes mit den Frauen haben konnteſt.“
Ein ſchallendes Gelächter der Umſitzenden folgte die⸗ ſen Worten Palmyra's, auch Chabot lachte mit und griff dabei nach dem Flügel eines Kapauns.
In dieſem Augenblick war's, wo Joſeph Chenier eintrat.
„Ah, da iſt er!“ rief Manuel aus.„Gut, daß Du kommſt, Marie⸗Joſeph, wir brauchen Deine Poeſie.“
Der Angerufene warf einen flüchtigen Blick auf die Verſammlung, dann ſetzte er ſich neben Manuel auf einen leer ſtehenden Seſſel und fragte:„Was gibt's?— Was willſt Du?
„Verſe, glorreicher Poet!“ verſetzte Manuel,„Verſe!


