Teil eines Werkes 
1. Theil (1861)
Entstehung
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goſſenen Antlitz Chéniers,v mein Freund, wie hab' ich nach Dir begehrt!

André zog die liebliche, von roſa Seide umhüllte Geſtalt ſtürmiſch an ſeine Bruſt; ein glühender Kuß brannte auf ihrer hohen weißen Stirn.

Du Gute, Liebe, Theure! ſprach er dann und tief aus der Bruſt Athem holend, ſetzte er hinzu:Ach, jetzt iſt mir wieder wohl, jetzt lebt mein Herz in dem Feuer, das ihm Noth thut!

Valerie entwortete ihm mit einem Glutblick der Dank⸗ barkeit. Sie zog ihn auf ein Fauteuil, während ſie ſich in das Sopha zurückſetzte und ſagte dann, indem ſie ihre Hand in der ſeinigen ließ:*

Ich wußte, daß Du kommen würdeſt; Du mußteſt heute kommen! Ich habe Dir viel zu ſagen und Wichtiges.

Chenier, als befürchte er, trotz dieſer Worte nichts beſonders Wichtiges von dieſer faſt noch kindlichen Frau zu hören, ſah lächelnd und erwartungsvoll auf ſie. Die Marquiſe ſtrich ſich mit der Hand über die Stirn und das ſchwarze Gelock zurück; dann ward ſie ſichtlich ernſt; der Hauch verklärender Liebe ſchwand ſchnell, wie er auf einem Stahlſpiegel zuſammenläuft, um dem leichten dunkelnderen Anflug der Sorge Platz zu machen. Noch immer glaubte André nicht an das, was Valerie mit ihrem Worte vorbereitet hatte; noch immer

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